Thüringen-Studie zur politischen Kultur: Was wir denken - was wir fühlen

93 Prozent zufrieden mit ihrem Leben

Thüringen: 93 Prozent zufrieden mit ihrem Leben Foto pixabay
Thüringen: 93 Prozent zufrieden mit ihrem Leben Foto pixabay
Autor: Elke Schröder | Datum: 01.11.2017
Mit dem Thüringen-Monitor beobachtet die Landesregierung seit Jahren die politische Kultur. Die Thüringer sind derzeit sehr zufrieden mit ihrem Lebensstandard – aber nicht mit ihrem Status als Ostdeutsche.

Die soziale Lage der Thüringer und unsere politischen Einstellungen, die werden regelmäßig von Wissenschaftlern der Uni Jena unter die Lupe genommen. In Erfurt haben sie den aktuellen Thüringen-Monitor heute vorgestellt. 

93 Prozent zufrieden mit ihrem Leben

93 Prozent der Menschen, die für die Studie befragt wurden, sind insgesamt mit ihren Leben zufrieden. Und auch der Blick ins eigene Portemonnaie scheint für die meisten mehr als Okay zu sein. Zahlen belegen auch, dass die soziale Ungleichheit bei uns in Thüringen insgesamt viel geringer ist - als im Westen. Und - jetzt - der scheinbare Widerspruch: Trotzdem fühlen wir uns viel öfter ungerecht behandelt.

Uni Jena

Mehrheit (53 Prozent) fühlt sich aber ungerecht behandelt

Woher dieser Widerspruch? Aus Sicht der Experten ganz einfach erklärbar mit der Geschichte. Viele Ostdeutsche haben nach wie vor das Gefühl, von Westdeutschen als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Ein ganz subjektives Gefühl, so die Wissenschaftler - aber oft dann auch der Auslöser für rechtsextreme Tendenzen - wie etwa Fremdenfeindlichkeit.

Hohe Zufriedenheit mit Demokratie

Deutlich mehr Thüringer als in den vergangenen Jahren sind nach eigenen Angaben mit der Demokratie zufrieden. 65 Prozent gaben an, sie seien zufrieden mit der Demokratie, «so wie sie in Deutschland funktioniert». Das sei ein Spitzenwert in der Thüringer Geschichte seit der Wende, sagte der Jenaer Soziologe Heinrich Best am Mittwoch in Erfurt bei der Vorstellung der Studie. Er ist einer ihrer Autoren.

Thüringen Monitor

Der „Thüringen-Monitor" wurde nach dem Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge im Jahr 2000 initiiert. Die Langzeitstudie zur Entwicklung der politischen Kultur wird im Auftrag der Staatskanzlei realisiert und gibt bereits zum 17. Mal Einblicke in das Befinden und die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger des Freistaates. Laut der Staatskanzlei ist Thüringen damit das einzige Bundesland, das eine solche Langzeitbeobachtung macht.

Die Studie wird von einem Forscherteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter der Leitung von Heinrich Best realisiert. Zuletzt wurden dafür 1.032 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte Thüringer zwischen dem 9. Mai und dem 26. Juni 2017 telefonisch befragt.

Alle Ergebnisse der Studie:

» als PDF zum Download

» www.soziologie.uni-jena.de/thueringen_monitor.html