Die Grippewelle trifft viele Schulen in Thüringen

Rekordzahlen beim Unterrichtsaufall

Symbolbild © pixabay
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Autor: Carsten Lorenz | Datum: 05.04.2018
Das Bildungsministerium stellt alarmierende Zahlen vor.

Noch immer wirkt in Thüringen die Grippewelle nach. Das Bildungsministerium hat jetzt eine Bilanz für das Frühjahr 2018 gezogen – mit besorgniserregenden Zahlen. So sind allein in der Woche vom 5. bis 9.März an allgemeinbildenden Schulen rund 25.000 Schulstunden ersatzlos ausgefallen. Das entspricht 8,3 Prozent des geplanten Unterrichts. Davon sind besonders die Regelschulen im Freistaat betroffen. Frank Schenker, Presssprecher des Thüringer Bildungsministeriums, erklärt auf Antenne Thüringen-Nachfrage, dass das besonders am strukturellen Lehrermangel an Regelschulen liegt.

Bei der Erhebung gibt es aber auch ein großes Problem in Thüringen. Wie das Bildungsministerium mitteilt, werden die Unterrichtsausfälle nur an drei Wochen im ganzen Jahr festgestellt. Die Stichproben finden zum Schulbeginn im September, im Herbst und einmal im Februar/März statt. Die diesjährige Frühjahrserhebung fiel ausgerechnet in den Höhepunkt der Grippewelle. Wie das Sozialministerium mitteilt gab es in der Kalenderwoche 10 (5. bis 11. März) allein in Thüringen fast 3500 gemeldete Neuerkrankungen mit Influenza.

Ganz besonders hart hat die Grippewelle Ostthüringen getroffen. Sowohl bei den Regelschulen, als auch bei den Gymnasien und Grundschulen und war hier die Anzahl an Ausfallstunden am höchsten. Die Landesregierung erklärt, dass die diesjährigen Zahlen aufgrund der Grippewelle „nur wenig Aussagekraft" haben würden. Trotzdem will man dem Lehrermangel mit verschiedenen Maßnahmen begegnen. So wurden bereits 500 neue Lehrer und Lehrerinnen eingestellt. Dazu soll der Gehalt an den Regelschulen angehoben werden und bis zum Ende der Legislaturperiode sollen über 3000 neue Lehrer und Lehrerinnen eingestellt werden.