Alle Gesetzesänderungen auf einem Blick

Was ist neu seit April?

Rezeptpflichtige Medikamente werden teurer/ Pixabay
Rezeptpflichtige Medikamente werden teurer/ Pixabay
Autor: Carsten Lorenz | Datum: 03.04.2018
Neues Notrufsystem im Auto, grenzenloses Streaming, Zuzahlung für Medikamente und und und...

Auch dieser Monat bringt ein paar wichtige Neuerungen für Verbraucher mit sich. Damit Sie nicht den Überblick verlieren gibt's hier die wichtigsten auf einem Blick.

Streaming international
Perfekt für alle Urlaubsreifen. Netflix, Amazon Prime und co können ab jetzt in allen Mitgliederstaaten der EU ohne Probleme genutzt werden. Bisher machte das sogenannte Geoblocking die Nutzung unmöglich. Die Dienste sind aber nur zeitlich begrenzt, also für Dienstreisen oder Urlaube, europäisch zugänglich.

eCall-Notrufsystem
Eine der wichtigsten Änderungen ist das sogenannte eCall-System für neue Automodelle. Von jetzt an sind die Autobauer dazu verpflichtet alle neuen Modelle in der EU mit dem Notruf auszustatten. Im Falle eines Unfalls werden dann automatisch Ort, Zeit und Fahrtrichtung an die Rettungsleitstelle übertragen. Auch die Anzahl der Insassen wird weitergeleitet. Reagieren die Insassen im Auto nicht, löst die Leitstelle selbst einen Rettungseinsatz aus. Damit will die EU die Reaktionszeit bei Unfällen drastisch verkürzen und die Zahl der Todesopfer weiter senken.

Kein Bleigießen für Silvester
Alle Traditionalisten müssen sich für den 31. Dezember eine neue Beschäftigung suchen – Bleigießsets werden ab heute nicht mehr verkauft, wenn sie einen Bleigehalt von über 0,3 Prozent haben. Beim Verbrennen wird nämlich Bleioxid freigesetzt – ein Schadstoff der Niere, Hirn, Leber und Nervensystem schädigen kann.

Mehr Geld für Zeitarbeiter
Zum 1. April bekommen Zeitarbeiter künftig mehr Gehalt. Der Mindestlohn wurde in den alten Bundesländern auf 9,47 Euro (vorher 9,23 Euro) und in den neuen Bundesländern auf 9,27 Euro (davor 8,91 Euro) angehoben. Eine vollständige Angleichung der Gehälter in Ost und West soll in drei Jahren erfolgen.

Arzneimittel werden teurer
Gesetzlich Krankenversicherte müssen mit Mehrkosten bei verschreibungspflichtigen Medikamenten rechnen. Grund: die Krankenkassen haben die Höchsterstattungssätze für einige Medikamentengruppen abgesenkt – die Kosten bleiben am Verbraucher hängen. Das heißt laut Deutschen Apothekerverband 5 bis 10 Euro mehr etwa für starke Schmerzmittel, Blutverdünner, Rheumamittel oder Entzündungshemmer. Die einzige Alternative sind Arzneimittel anderer Hersteller, die keine Zuzahlung verlangen.

Weniger Acrylamid in Lebensmitteln
Diese Regelung tritt ab dem 11. April in Kraft. Wenn man Lebensmittel stark erhitzt, entsteht Acrylamid – ein Stoff der krebserregend sein kann. Betroffen sind Brot, Feingebäck, Säuglingsnahrung oder auch Kartoffelprodukte wie Pommes. Zukünftig dürfen nur noch Kartoffeln mit einem geringeren Stärkegehalt für die Pommesherstellung genutzt werden. Dazu muss die Temperatur beim Frittieren unter 175 Grad liegen. Das kann auch Auswirkungen auf den Geschmack haben.