Skandal sorgt für Worst-Case-Szenario

Der Echo wird abgeschafft

Echo-Logo 2018 / © Bundesverband Musikindustrie
Echo-Logo 2018 / © Bundesverband Musikindustrie
Autor: Carsten Lorenz | Datum: 25.04.2018
Der deutsche Musikpreis wird komplett überarbeitet.

Kaum ein Jahr ohne Skandale und extreme Kritik aus der Branche. Der Echo war seit längerer Zeit angeschlagen. Jetzt versetzen die Rapper Kollegah und Farid Bang dem Preis gewissermaßen den Todesstoß. Wie der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie heute bekannt gegeben hat, wird es den Echo als Musikpreis in dieser Form nicht mehr geben.

In der Erklärung heißt es:

Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird. Das um den diesjährigen ECHO herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole.

Hintergrund ist die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang, die mit zwei Textzeilen den Verdacht des Antisemitismus auf sich gelenkt haben. Erste Konsequenzen zog bereits das Label Sony BMG, das die Zusammenarbeit mit den Künstlern nach dem öffentlichen Diskurs aufgekündigt hat.

Dazu kommt ein grundsätzliches Problem des Echos in den vergangenen Jahren. So wurde der Preis als Branchenauszeichnung an die Künstler verliehen, die die meisten Platten verkaufen konnten. Zwar wurde zuletzt eine Jury als zusätzliches Entscheidungsgremium hinzugezogen, doch der Preis blieb im Verruf.

Der Echo soll zukünftig komplett umgestellt werden. Betroffen sind davon auch die Preise Echo Klassik und Echo Jazz. Letztendlich soll bei allen Preisen die Jury eine größere Rolle spielen. Wann genau diese Änderungen in Kraft treten sollen und wie der Preis in Zukunft aussehen soll, steht derzeit noch nicht fest.