Landtagswahlen Thüringen

Einfach erklärt

Foto: Pixabay
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Autor: Jeanette Miltsch | Datum: 18.10.2019
Warum werden eigentlich zwei Kreuze bei der Landtagswahl gesetzt? Und was genau sind Überhangs- und Ausgleichsmandate?

1. Stimme

Wusstest du das du bei der Landtagswahl zwei Kreuze setzten darfst? Nein? Denn das ist ziemlich wichtig und hat große Auswirkungen auf die Sitzverteilung.
Das Bundesland Thüringen besteht aus 44 Wahlkreisen. Jeder Bürger mit Wahlrecht hat eine Erst und eine Zweitstimme. Du bist Wahlberechtigt, wenn du in Thüringen wohnst und 18 Jahre oder älter bist. Links auf dem Wahlzettel sind Namen aufgelistet. Diese kennst du vielleicht von Wahlplakaten, die in deiner Nähe hängen. Dein Kreuz darfst du dann bei einer Person machen, bei der du denkst, dass sie dich im Landtag vertritt. Vorher musst du dich aber informieren, was die Person im Landtag erreichen will oder in Thüringen ändern möchte.
Jetzt fragt man sich, wofür die Erststimmen gut sind. Man könnte ja nur für eine Partei stimmen und dann alle Stimmen auszählen. Das wäre unkompliziert aber dann könntest du aber nicht mehr bestimmen, welche Person dich und deine Interessen vertreten soll.

2. Stimme

Mit der Zweitstimme auf der rechten Seite des Wahlzettels wählst du eine Partei. Dabei ist es egal ob der Kandidat den du mit der Erststimme wählst, der Partei angehört. Es ist dir überlassen, für welche Partei du dich entscheidest. Aber auch bei der Zweitstimme ist es sehr wichtig, dass du dich vorher über die Partei informierst.
Die Frage warum es diese Stimme gibt lässt sich auch sehr leicht erklären. Wenn eine Partei in einem Wahlkreis nach der Auszählung immer nur zweiter oder dritter Platz wird, kommt sie nicht in den Landtag obwohl viele Menschen hinter ihr stehen.
Wenn du noch gar keine Ahnung hast wen du Wählen sollst kannst du auf die Top40 Internetseite gehen. Dort haben wir alle Parteien und ihr Programm für dich Zusammengefasst.


Überhangs- und Ausgleichsmandate 

Aber was passiert denn jetzt mit meiner Stimme?
Der Thüringer Landtag setzt sich aus mindestens 88 Sitzen zusammen. 44 Sitze, also die Hälfte, gehen an die Kandidaten die mit der Erststimme gewählt wurden. Die andere Hälfte ergibt sich aus den Zweitstimmen mit der du die Partei gewählt hast. Diese werden zusammengezählt und anschließend rechnerisch auf die Sitze verteilt. Vor der Wahl stellt jede Partei eine Landesliste zusammen. In dieser sind die Kandidaten aufgelistet, die du in den Landtag mit deiner Zweitstimme wählen kannst. Die ersten auf der Liste haben die höchsten Chancen durch die Zweitstimmen in den Landtag zu kommen.

Hier ein Beispiel:
Stellen wir uns mal vor eine Partei darf mit 17 Kandidaten im Landtag sitzen. Das wurde ja durch die Erststimmen bestimmt. Wenn sich jetzt aber herausstellt, dass die Partei durch die Zweitstimmen nur 15 Sitze haben darf, ergibt sich ein Problem. Die zwei Kandidaten, welche zu viel sind werden Überhangsmandaten genannt. Der Partei darf man aber keine Sitze wegnehmen, weil das Volk ja schon entschieden hat wer dort sitzt. Damit aber die Stimmen für die Partei gültig bleiben, kriegen die anderen Parteien Ausgleichmandate. Meist sind das aber nur zwei bis drei Sitze pro Partei. Aus diesem Grund ist es möglich, dass der Thüringer Landtag anstatt 88 Sitze 91 hat. Dies ist gerade der Fall.