WhatsUp - Corona-App


Häufige Fragen und Antworten

Die App soll helfen, das Virus unter Kontrolle zu halten, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Im Herbst und Winter könnte eine zweite Ansteckungswelle bevorstehen. Foto: Pixabay
Die App soll helfen, das Virus unter Kontrolle zu halten, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Im Herbst und Winter könnte eine zweite Ansteckungswelle bevorstehen. Foto: Pixabay
So funktioniert das Warnsystem auf dem Handy.

Was soll die App?

Sie soll uns warnen, wenn wir Kontakt zu einer infizierten Person hatten - also helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Corona-Beschränkungen weiter gelockert werden.

Ist die App Pflicht?

Nein. Sie ist vollkommen freiwillig.

Wie funktioniert die App?

Ganz einfach. Sie warnt mich, ob ich in letzter Zeit Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Das passiert über einen Bluetooth-Daten-Abgleich.

Also: Die App erfasst über Bluetooth, welche Handys sich nahegekommen sind und schätzt auf Basis der Signalstärke die Entfernung. Ist ein Handy in deiner Nähe gewesen, dessen Nutzer seinen Status später auf Covid-19 geändert hat, wird man darüber informiert und bekommt den Hinweis, zum Arzt zu gehen, um sich checken zu lassen. Und das ist auch der Sinn der App: Wenn wir uns mit Covid-19 anstecken und möglicherweise noch tagelang durch die Stadt laufen, arbeiten und Kontakt zu Menschen haben, dann kann sich das Virus ungehindert weiterverbreiten. Wenn uns die App frühzeitig warnt: 'Du hattest Kontakt zu einer infizierten Person!' können wir ziemlich schnell reagieren und uns testen lassen. Im besten Fall haben wir uns nicht angesteckt - aber wenn doch, dann soll die App verhindern, dass wir unwissend das Virus weitertragen.

Der Erfolg der App hängt also von einer hohen Mitmachquote ab. Eine Studie aus Oxford sagt, der Idealwert liegt bei 60 Prozent der Bevölkerung oder mehr. Der ist aber kaum zu erreichen. Dennoch: "Selbst bei einem geringeren Anteil gehen wir davon aus, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle sinkt", so die Forscher.

Übersicht über die Corona-App.

Wie sieht die Nachricht aus?

Du erfährst, an welchem Tag die Begegnung stattgefunden hat, nicht aber die genaue Uhrzeit. Zusätzlich enthält die Benachrichtigung einen Risikowert, der von vier Faktoren bestimmt wird: Wie lange der Kontakt zurückliegt, wie lange die Begegnung dauerte, wie stark das Bluetooth-Signal war und wie die Krankheit des Infizierten verläuft.

Wie wird "Kontakt" definiert?

Wer näher als zwei Meter und länger als 15 Minuten mit einer positiv getesteten Person zusammen war, bekommt die Info darüber und den Hinweis, sich mit seinem Hausarzt oder seiner Hausärztin in Verbindung zu setzen.

Was sagt mir die App und was nicht?

  • Sie sagt mir nicht, wie viele in meiner Nähe auch die App nutzen.
  • Sie sagt mir, wenn ein Mensch in meiner Nähe gewesen ist, der auf Covid-19 positiv getestet wurde. (und das auch nachträglich in seiner App eingegeben hat).

Wenn ich Covid-19 habe, muss ich das der App melden?

Nein. Ob wir die App nutzen oder nicht, ist uns überlassen. Genauso ist es uns freigestellt, ob wir - im Fall eines positiven Corona-Tests - unser Ergebnis an die App melden.

Muss ich meine Kontaktdaten in die App eingeben?

Nein. Keinen Namen, keine Telefonnnummer.

Weitere FAQ

 » Was geschieht mit den Daten?

"Es verlassen keine Daten zum Abgleich das Handy", so die Entwickler. Klartext: Die App wertet nicht aus, wo du gerade bist und verschickt auch keine Daten zu deiner Person. Der Abgleich, ob man einer infizierten Person begegnet ist, geschieht lokal auf dem Mobiltelefon. Nur die anonymisierte Liste wird zentral gespeichert und von den Smartphones regelmäßig abgerufen, um mögliche problematische Begegnungen zu identifizieren.

 » Wie wird der Missbrauch der App verhindert?

Es wäre ein schlechter Scherz, um andere zu verängstigen. Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, bekommt daher vom Labor einen QR-Code oder einen Tan, den er eingeben muss, um seinen App-Status auf positiv zu stellen.

 » Wo kann ich die App herunterladen?

Sobald die Corona-Warn-App zur Verfügung steht, kannst du sie im App Store oder im Google Play Store herunterladen. Vermutlich ab Montag, den 15.06. und ab Dienstag soll sie scharf sein.

 » Können Fehlalarme bei der Warn-App auftreten?

Fehlalarme können möglich sein. Die Bluetooth-Technik kann nicht erkennen, ob eine Glasscheibe zum Schutz zwischen dir und einer infizierten Person war.

 » Wird mein Akku stark belastet?

Nein. Das wurde im Prinzip schon dadurch gelöst, dass man sich auf die Verwendung von Bluetooth LE geeinigt hat. LE steht für Low Engergy (geringen Strombedarf). Die Entwickler der App versprechen, dass die Anwendung längst nicht so viel Strom verbraucht wie das Streamen von Musik auf einen Bluetooth-Lautsprecher.

 » Wie machen es andere Länder?

Länder wie China oder Israel setzen auf Tracking, die deutsche App beruht auf Tracing. Die deutsche App speichert keine Aufenthaltsorte und Bewegungsprofile. Sie registriert lediglich, welche Geräte sich für mindestens 15 Minuten näher als zwei Meter kommen.

 » Was sagen die Verbraucherschützer?

Die Bundesregierung setzt bei der Corona-Tracing-App auf ein Konzept mit sogenannter dezentraler Datenverwaltung. Das ist aus Verbrauchersicht sehr zu begrüßen, weil er datensparsamer und weniger missbrauchsanfällig ist.

 » Was kostet die App?

Die Corona-Warn-App wird Nutzern kostenlos zum Download angeboten. Die Entwicklung kostete rund 20 Millionen Euro. Dazu kommen Betriebskosten in Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich, heißt es in Regierungskreisen. Der Großteil davon entfällt auf den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom. Dort können sich Anwender bei der Installation und dem Eintrag eines positiven Testergebnisses in die App helfen lassen.

 » Kann sie nicht doch heimlich zur Überwachung dienen?

Nein, das ist quasi ausgeschlossen. Der Quell-Code der App kann auf der Plattform GitHub transparent eingesehen werden. Bei etlichen Analysen des Codes wurden keine Hintertüren oder andere Anomalien entdeckt. Dies wurde auch von Mitgliedern des Chaos Computer Clubs bestätigt. Bei einem technischen Audit durch den TÜV-IT wurden ebenfalls keine undokumentierten Funktionen entdeckt.

 » Welche Rolle spielen die Deutsche Telekom und SAP bei der Tracing-App?

Die Bundesregierung hat Ende April 2020 bekannt gegeben, dass sie die Deutsche Telekom und SAP damit beauftragt hat, eine konkrete Tracing-App für Deutschland zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Die Deutsche Telekom soll sich um Netzwerk- und Mobilfunktechnologie sowie den sicheren Betrieb der App kümmern, SAP für die technische Plattform und die Software. Die App soll auf einem dezentralen Softwaregerüst basieren.

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