WhatsUp - Schneechaos im Freistaat


Thüringen

Das THW hat in der Nacht LKW-Fahrer auf der A4 bei Gera versorgt. Bild: dpa
Das THW hat in der Nacht LKW-Fahrer auf der A4 bei Gera versorgt. Bild: dpa
Tief "Tristan" hat dem Freistaat einen heftigen Wintereinbruch beschert. In der Nacht von Sonntag zu Montag ist so viel Schnee runtergekommen, dass das öffentliche Leben zum Stillstand gekommen ist. Neuer Schnee ist schon im Anmarsch.

Die Schulen in Thüringen haben am Montag geschlossen. Schon am Wochenende hatte das Bildungsministerium die Notbetreuung gestrichen. Mit Blick auf die Witterung appellierte Minister Helmut Holter an alle Kinder und Jugendlichen zuhause zu bleiben. Sollten vereinzelt Schüler in die Schule kommen, werde es dort nur eine absolute Notbesetzung geben. Ob zumindest digital unterrichtet wird, können die Schulen selbst entscheiden. Bei den Kindergärten ist die Situation nicht ganz klar. Die Träger - also in der Regel die Kommunen - können selbst entscheiden, ob sie die Kitas öffnen. Weimar, Meiningen oder auch Eisenach wollten eine Notbetreuung anbieten.

Das Wetterchaos hat auch Auswirkungen auf die Corona-Impfungen. Die Impfstellen bleiben mindestens bis 14 Uhr zu, wie der Sprecher des Kassenärztlichen Vereinigung, Veit Malolepsy, sagte. Ob die Stellen am Nachmittag öffnen, steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, ob das Personal zu den Impfstellen kommt. Rund 500 Impftermine fallen aus. Wer heute nicht zur Impfung kommen kann oder kommen will, wird von den einzelnen Impfstellen angerufen, um einen Ersatztermin zu finden.

Auf den Straßen ging am Montagmorgen fast im ganzen Freistaat nichts. Die Räumdienste haben die Straßen nach und nach freigeräumt. Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb wies daraufhin, dass nicht alles auf einmal freigeschaufelt werden könne. Es gebe dafür eine klare Prioritätenliste. Zuerst Versorgungsstraßen für Rettungsdienste, dann die Wege des öffentlichen Nahverkehrs und dann Anwohnerstraßen. Praktisch alle ÖPNV-Anbieter meldeten in Thüringen am Morgen Ausfälle. Mindestens bis zum Nachmittag rechnet auch die Deutsche Bahn mit erheblichen Einschränkungen. Zumindest größere Autounfälle sind nach Angaben der Polizeidienststellen ausgeblieben. Das lag auch daran, dass die Autos kaum vom Fleck gekommen sind. Auf den Autobahnen haben sich teilweise kilometerlange LKW-Schlangen gebildet.

Durch das Schneechaos wird es auch in anderen Bereichen zu Einschränkungen kommen. In Nord- und Südthüringen meldeten die kommunalen Dienste bereits, dass die Müllabfuhr nicht wie geplant fahren kann. Die Bäckerei Bergmann kann ihre Filialen nicht beliefern - die Transporter kommen nicht voran. Frische Brötchen bleiben also aus.